Im 18. und 19. Jahrhundert war der Seltersbrunnen in Niederselters der größte Mineralwasserproduzent Europas. Jährlich wurden Millionen Krüge Selterswasser aus dem Niederselterser „Gesundbrunnen“ in die ganze Welt verkauft. Die Bezeichnung Selterswasser (seltzer water, l’eau de seltz, Aqua di Seltz) steht seither für Mineralwaser (Sekt oder Selters?).
 
Heute ist im Selterswassermuseum die weltgrößte Mineralwasserflaschen-Sammlung zu sehen. Der Münchner Sammler Hans Figlar, der über Jahrzehnte in der ganzen Welt Mineralwasserflaschen sammelte, hat seine Sammlung – es sind mehr als 2.000 Flaschen – dem Selterswassermuseum überlassen.
 
Dabei können die Besucher auch einzigartige Flaschenformen begutachten; denn die Flaschen aus Japan ähneln nicht unbedingt südamerikanischen Mineralwasserflaschen. Eine Aufstellung der Mineralwasserflaschen-Sammlung kann hier eingesehen werden.
 
Eines verbindet allerdings die gesamte Sammlung:
Mineralwasser wird überall auf der Welt als der Durstlöscher Nr. 1 geschätzt.

 


Figlar
Bürgermeister Bernd Hartmann und Altbürgermeister Dr. Norbert Zabel
sowie die Eheleute Doris und Hans Figlar freuen sich, dass die weltgrößte
Mineralwasserflaschensammlung im Selterswassermuseum eine neue Heimat gefunden hat.


Durch einen glücklichen Zufall kam die Gemeinde Selters (Taunus) in den Besitz der nach Informationen Zabels weltgrößten Sammlung von 2.500 verschiedenen Mineralwasserflaschen. Diese stammen aus bisher 119 Ländern. Die ältesten Flaschen darunter wurden Ende des 19. Jahrhunderts abgefüllt. Die teuerste Flasche dürfte eine Luxus-Abfüllung aus Japan sein, die im Geschäft dort umgerechnet 110 Euro kostet.

„In allen Flaschen ist noch das Original-Wasser“, berichtete der Münchener Sammler Hans Figlar. Bislang war die Sammlung in seiner Heimatstadt im Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgestellt. Doch da das Amt von München in andere Räumlichkeiten nach Augsburg umzieht, ist künftig dort kein Platz mehr für die Flaschen. Figlar ist es aber wichtig, dass die mühsam von ihm zusammengetragene Sammlung nicht aufgelöst wird oder irgendwie in einem Keller verschwindet. Er möchte, dass sie weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleibt und nach und nach weiter ausgebaut wird. Da der Bayer den Begriff Selterswasser kennt, landete er über die Internetsuche bei der Gemeinde Selters (Taunus). Im März vergangenen Jahres haben Hartmann und Zabel ihn dann spontan in München besucht und sich die Sammlung angesehen. Beide waren so beeindruckt, dass sie die Sammlung unbedingt für das Museum haben wollten, auch der Gemeindevorstand konnte von der Museumsbereicherung überzeugt werden.

Nach dessen Zustimmung fuhren Bauhofleiter Norbert Eufinger und sein Mitarbeiter Mirko Matthäi dann in die bayrische Landeshauptstadt und holten die sicher verpackten Flaschen ab. Gerade werden die Vitrinen für die neue Ausstellung im Selterswassermuseum aufgebaut, das ab Ostern wieder jeden Samstag und Sonntag für den Publikumsverkehr geöffnet sein wird.

Zabel erläuterte, dass die Größe des Museums nicht reiche, um alle Flaschen zeitgleich zu zeigen. Darum soll es künftig halb- oder vierteljährlich wechselnde Themenausstellungen geben. In der ersten wird es um deutsche Mineralwasserflaschen gehen. So sah Zabel mit Interesse, dass in der DDR Wässer anderer Brunnen auf dem Etikett als „Selterswasser“ angepriesen wurden. Markenrechtsverletzungen waren den Produzenten da offenbar egal. „Die haben in der DDR sowieso gemacht, was sie wollten“, schmunzelte Zabel. Matthäi, der selbst im Osten aufwuchs, erzählte, dass in der „DDR“ Selters als Synonym für Mineralwasser an sich flächendeckend verwendet worden sei.

Aber in der Sammlung Figlars gibt es auch afrikanische Wasserflaschen, oder sogar aus Arabien Wasser in Dosen und Plastiktüten. Auch auf Flaschen aus Mallorca taucht der Begriff „Selters“ wieder auf. Die Sammlung zeigt, wie Figlar erläuterte, „die bunte Welt der Mineralwasserabfüllung, die Vielzahl der Produktionsstätten, die Geschichte des Mineralwassers, aber auch das Können der Designer und Werbestrategen.“ Die Sammlung sei, wie Zabel betonte, ein weiteres Standbein des Selterswassermuseums.