Die Ausgabe des Haustrunks ist ab sofort wieder möglich, jedoch mit Einschränkung. Zu den gewohnten Öffnungszeiten kann das Selterswasser im Urzustand (Zapfhahn 1) gezapft werden. Das aufbereitete Selterswasser steht aufgrund eines Pumpendefektes bis auf Weiteres nicht zur Verfügung.
 
 

 
Selters - dieses Wasser kennt fast jeder.
Seit Jahrhundert gilt die weltberühmte Quelle als Gesundbrunnen
 
Eine Reportage von Verena Napiontek -
im neuen Wochenendjournal zum Nassauer Tageblatt am 22. September 2019
 
 

Vom 22. Okt. 2018 bis 31. März 2019 bleibt das Selterswassermuseum im Mineralbrunnen Niederselters geschlossen.
 
 
 
Passend zum Weltfrauentag gastierte Alice Hoffmann alias “Us Hilde” mit ihrem neuen Programm “Die Zeichen der Zeit” im Niederselterser Mineralbrunnen.
 
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Die Schauspielerin Alice Hoffmann, als Heinz Beckers bessere Hälfte Millionen Fernsehzuschauern als “Es Hilde” bekannt, sorgte für gute Stimmung, die Besucher hatten mehrfach Tränen vor Lachen in den Augen, und als Hilde sie zu sportlichen Aktivitäten einlud blieb niemand auf seinem Platz sitzen, alle machten begeistert mit, ein tolles Bild im vollen Saal des Niederselterser Mineralbrunnens.
 
Weltfrauentag1
 
Als nach gut zwei Stunden der letzte Vorhang gefallen war, wurde Hilde von den restlos begeisterten Besucherinnen und auch den wenigen Besuchern mit lang anhaltendem Beifall für ihre Vorstellung “Die Zeichen der Zeit” belohnt.
Auch wurde der Gemeinde als Veranstalter viel Lob für diese dritte Comedyveranstaltung ausgesprochen: Nichts ändern, klein und fein sollen die Veranstaltungen bleiben. 
 

Sie wollten schon immer mal die hessische Weiblichkeit studieren, dann waren die Besucher an diesem Abend genau richtig. Die Gemeinde Selters (Taunus) hatte zum wiederholten Male einen Comedy-Abend der besonderen Art im Niederselterser Mineralbrunnen veranstaltet, die Karten waren innerhalb kürzester Zeit verkauft.
Mit dieser hessischen “3Faltigkeit” in den besten Jahren kredenzte die Gemeinde Selters (Taunus) vor ausverkauftem Saal drei bekannte hessische Künstlerinnen: Die gut abgehangene Provinzdiva Rotraud Reußwig aus Katholisch Willeroth; das besonders magere Sahnestücksche Hiltrud aus dem wunderschönen Hanau und als herzhafte Beilage Hilde aus Bornheim, unüberhörbar ein echtes Frankfurter Schlappmaul. Die drei erzählten aus ihrem nicht immer stromlinienförmig verlaufenden Leben, berichteten von der Teilnahme an einer Casting Show, und besonders Hilde hatte bei ihren Erzählungen über ihren Ehemann Willi die Lacher auf ihrer Seite. Sie verstand es köstlich, das Publikum mit einzubeziehen, und als sie einen Gast auf die Bühne holte, um ihm kostenlos einen top modernen Haarschnitt zu verpassen, gab es tosenden Zwischenapplaus für sie und den bereitwilligen Gast, der so mutig war, sich in die Hände von Hilde zu begeben.

 Schönheit in Vollendung1

Nach rund 90 Minuten Spieldauer erhoben sich die Besucher spontan von ihren Plätzen, es gab lang anhaltende stehende Ovationen für Hilde, Hiltrud und Rotraud, die mit ihrer Mundartcomedy genau den Nerv des Publikums getroffen hatten.

Schönheit in Vollendung2

Bürgermeister Bernd Hartmann: “Ein toller Abend, wohin man schaut begeisterte Besucher, Heike Altmann hat mit ihrer Auswahl genau den Geschmack des Publikums getroffen und zur Förderung der Kultur hier in Selters einen gelungenen Beitrag geleistet, an das gesamte Helferteam ein herzliches Dankeschön. Die nächste Veranstaltung wird schon vorbereitet.“
 

Was andere kaum zu denken wagen, er spricht es unverblümt aus: der Begge Peder, als Hausmeister mit dem unverwechselbaren Gebiss und dem kernigen Humor kennt kein Tabu- und lässt auch keinen ungeschoren,
 
weder sein Chef, Begge Peder6  de  Bojemaasder,

Begge Peder2 Begge Peder3 Begge Peder4
noch dessen linke Hand, die
Frau mit dem Bindestrich
Leutberger-Schnarrenhäuser,
noch Liddl-Tscho und nicht zu übersehen –
die Marlis.
(Illustrationen in seinem Buch von Michael Apitz)
 
Sichtlich angetan von den Räumlichkeiten, gastierte erstmals der Comedian Peter Beck mit seinem neuen Programm Kommer nitt so! im Niederselterser Mineralbrunnen. Die innerhalb weniger Tage ausverkaufte Veranstaltung war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und zeigt, dass auch in der ländlichen Umgebung Interesse an Comedy besteht. Der Begge Peder – Peter Beck ist ein exzellenter Vortragskünstler - konnte schnell die Besucher begeistern und über zwei Stunden hervorragend unterhalten. In lachende Gesichter blicken zu dürfen, sei sein schönster Lohn.

Und bei jedem seiner Auftritte sammelt er auch noch für krebskranke Kinder. So konnte durch den Getränkeverkauf an diesem Abend die Verwaltung seiner Stiftung 300 € überweisen.

Begge Peder5

Peter Beck bedankte sich herzlich in seinen Arbeitsklamotten – im grauen Hausmeisterkittel, mit braunem Rasierpinselhut, Hornbrille und Kauleiste: Den ganzen Abend lachen und dann auch noch etwas Gutes tun- das hat ihm und allen gefallen.

 
Das neue, 106-seitige Buch „Selters – ein Name erobert die Welt“ wurde jetzt im Selterser Mineralbrunnen vorgestellt. Das Werk von Dr. Norbert Zabel, Eugen Caspary und weiterer Autoren ist ab sofort zum Preis von 6 Euro bei der Gemeindeverwaltung in Niederselters erhältlich.
 
„Es freut mich ganz besonders, dass wir heute gemeinsam diese Ausstellungsdokumente, die hier im Brunnen in Augenschein genommen werden können, der Öffentlichkeit vorstellen“, sagte Bürgermeister Bernd Hartmann. Der Gemeindevorstand habe es für angebracht gehalten, das, was Dr. Norbert Zabel und Eugen Caspary gemeinsam mit Dr. Ulrich Eisenbach, Franz Josef Stillger, Jürgen Eisenbach und Heinz Rebelein gestaltet hätten, auch in Buchform für kommende Generationen zu erhalten. Zabel, Vorsitzender des Geschichtsvereins Goldener Grund, erklärte, dass der Vorstand des Geschichtsvereines bereits vor sechs Jahren den Entschluss gefasst hätte, ein Brunnenmuseum einzurichten und darin die 500-jährige Geschichte des Mineralbrunnens zu dokumentieren. Laut Altbürgermeister Zabel wurde die berühmte Selterser Quelle bereits 1536 erwähnt. Historische Karten, die die Brunnenanlage im 17. und 18. Jahrhundert zeigten, verdeutlichten in dem neuen Buch die ersten Versuche, einen Kurbetrieb in Niederselters entstehen zu lassen. Die gut erhaltenen Brunnenzeichnungen ließen eine bescheidene Nutzung erahnen, danach belegten Stahl- und Kupferstiche den wirtschaftlichen Aufstieg zu einem vorindustriellen Großbetrieb. Brunnenordnungen, Arbeitsanweisungen und Ladeordnungen zeigten den Arbeitsalltag. Prachtvolle Entwürfe zum Brunnenausbau zwischen 1773 und 1783 beeindruckten genauso wie eine Fotografie des 1857 errichteten gusseisernen Glaspavillons über der Quelle. Steinkrüge aus dem Kannenbäckerland, millionenfach gefüllt und bis zum Ersten Weltkrieg verwendet, bezeugten eine weltweite Nachfrage, berichteten die Autoren. Die Jahre als preußischer Staatsbetrieb (1866-1894), die Zeit der Verpachtung an den Glasindustriellen Friedrich Siemens und seine Erben (1894-1955), der kurze Abschnitt der SS-Herrschaft, der erfolgreiche Aufstieg unter Wolfgang Lehnig (1955-1975) sowie die Aktivitäten im ausgehenden 20. Jahrhundert rundeten das Bild einer hochinteressanten Brunnengeschichte ab. Zu dieser Zeit hätten die Brauerei Herrenhausen (Hannover) und danach die Binding-Brauerei (Frankfurt) das Sagen gehabt.
 
Bürgermeister Hartmann erklärte, dass das Brunnenkonzept für die Gemeinde insgesamt bisher aufgehe. Nach mehr als 100 Besuchergruppen seit der Eröffnung des Museums am 26. Juni 2011 habe die Gemeinde zurzeit schon wieder viele neue Anfragen für Führungen vorliegen. Das Museum gebe detaillierte Einblicke in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Brunnenbetriebes, und erkläre, warum Selters zu einem Synonym für Mineralwasser geworden sei.
 
Zabel wies noch einmal darauf hin, dass im Selterser Gemeindearchiv viel bis dahin unbekanntes Material entdeckt worden sei, und auch im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden hätten seine Mitarbeiter und er über mehrere Jahre hunderte Dokumente und Schriftstücke durchgesehen. So enthält das Buch neben fachkundigen Texten zahlreiche Dokumente, Fotografien, Zeichnungen sowie kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Zeitabschnitten.
 
Gelungen ist auf den ersten Blick der hochwertige Druck (Seltersdruck Niederselters) sowie eine beeindruckende moderne Grafik (knappdesign Hünfelden). Das Titelbild des Werkes stammt von Günther Knödler.
 
Buch Brunnen 1 Buch Brunnen 2

Franz Josef Stillger, Dr. Norbert Zabel,
Eugen Caspary und Thomas Knapp (v.li.)
stellten ihr neues Buch vor

Über das neue Buch zur Selterser Brunnengeschichte freuten sich (v.li.)
Bernd Hartmann, Karin Weiß, Dr. Norbert Zabel, Thomas Knapp,
Günther Knödler, Hermann Bethke, Franz Josef Stillger und Eugen Caspary
Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser intensiv analysiert und sogar versucht, es künstlich herzustellen
 
Wer die spannende und wechselhafte Geschichte eines der einstmals erfolgreichsten Mineralbrunnen Deutschlands näher kennenlernen will, der sollte einen Besuch im 2011 eröffneten Selterswassermuseum auf keinen Fall verpassen. Dies ist der vierte und letzte Ausflugstipp unserer kleinen Serie im Goldenen Grund.
 
Viel zu entdecken gibt es bei einer Führung durch die alte Lagerhalle und den 1907 erbauten Brunnentempel, dessen markante Jugendstil Fassade jedem Besucher wohl zuerst ins Auge fällt.
 
Bereits 1536 wurde der Mineralbrunnen erstmals urkundlich erwähnt und im Zeitraum von 1581 bis heute wurden über 200 Schriften über das Mineralwasser aus Niederselters verfasst. "Das Wasser aus unserem Brunnen wurde aufgrund seines hohen Mineralgehalts von vielen als Heilwasser betrachtet", erklärt Dr. Norbert Zabel, der regelmäßig Besucher durch die Anlage führt, diesen Umstand. "Angesehene Ärzte und auch Chemiker, wie der bekannte Dr. Remigius Fresenius, haben sich mit diesem Sachverhalt beschäftigt." Jener Ruf verhalf dem Wasser aus dem Niederselterser Mineralbrunnen zu großer nationaler und sogar internationaler Beliebtheit. Bis nach Nordamerika und China wurde das Getränk geliefert. Doch ein solcher Bekanntheitsgrad brachte auch Nachteile mit sich. "Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser vielfach analysiert", so Zabel. Ziel dieser Analysen sei es gewesen, mit Hilfe der herausgefundenen Bestandteile ein künstliches Selterswasser herzustellen. "Ein Versuch, der durchaus erfolgreich war und dessen Ergebnis sich auch gut verkaufte."
 
Zwangsarbeiter
 
Ein weiterer Einschnitt in der Geschichte des Mineralbrunnens stellt die Übernahme durch Hitlers Schutzstaffel, die "SS", dar. Diese hatte damals eine ganze Reihe von Brunnen beschlagnahmt, um die im Ausland kämpfenden Truppen mit deutschem Mineralwasser versorgen zu können. Ein dunkler Teil der Geschichte, da zur Arbeit im Mineralbrunnen auch russische Zwangsarbeiterinnen herangezogen wurden, die dort unter schlimmen Bedingungen, teilweise mit Säuglingen und Kleinkindern, in Arbeitslagern leben mussten. Heute erinnert eine Gedenktafel in Niederselters an diese Ereignisse.
 
Wendepunkt 2001
  
1990 übernahm schließlich eine namhafte hessische Brauerei den Brunnen, stellte jedoch bereits aus betriebswirtschaftlichen Gründen nach neun Jahren die Produktion ein. 2001 wurde das alte Wahrzeichen von Selters durch die Gemeinde aufgekauft und die teils maroden Gebäude saniert. "Wir haben uns damals für die Anlage ein ganz neues Konzept ausgedacht. Neben dem Museum gibt es einen Haustrunkraum und zwei Gesellschaftsräume, in denen Geburtstage, Hochzeitsfeiern oder Weinproben stattfinden", sagt Zabel. Das Museum werde sehr gut angenommen. "Im Sommer haben wir jede Woche zwei bis drei Führungen, in denen die Besucher eine Einführung in die Wirtschaftsgeschichte des Goldenen Grundes erhalten."
 
Das Museum ist von Anfang April bis Ende Oktober immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen können auf Anfrage für Gruppen ab etwa zehn Personen stattfinden.
  

Quelle: Nassauische Neue Presse vom 17.08.2012 http://www.fnp.de/nnp/region/lokales/limburg-lahn/selterswasser-wer-kennt-das-nicht_rmn01.c.10078634.de.html