Öffnungszeiten des Museums


Jährlich von Anfang April bis Ende Oktober
ist das Selterswassermuseum
im Niederselterser Mineralbrunnen
sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.


Eintritt:
Kinder bis 6 Jahre: frei
Kinder und Jugendliche 6 – 18 Jahre: 1,00 €
Erwachsene: 3,00 €

Führungen (ab 10 Personen)
nur nach vorheriger Vereinbarung:
Gemeindeverwaltung Selters (Taunus)
Frau Altmann, 06483/9122-12

Preise incl. Museumsbesuch:
Kinder und Jugendliche: 2,00 €
Erwachsene: 4,00 €

Aufsicht und Ansprechpartner
während den Öffnungszeiten
im Selterswassermuseum:

Museum Sieben 
Herr Rolf-Gerd Sieben


 


Anschrift:
Selterswassermuseum
im Niederselterser Mineralbrunnen
Am Urseltersbrunnen 1 – 3
65618 Selters/Ts.-Niederselters

selterswasserm logo


Nur wenige Meter entfernt von der ehemals berühmtesten Mineralquelle Deutschlands gestattet das Selterswassermuseum in der restaurierten Niederselterser Brunnenanlage dem Besucher einen imposanten Einblick in die Geschichte eines Mineralwassers, dessen Heilkräfte in mehr als 200 Büchern gerühmt wurden.

Im Jahre 1581 erstmals beschrieben, avancierte das Selterswasser im 18. und 19. Jahrhundert zum deutschen Marktführer mit Absatzerfolgen in Europa, Amerika und Asien. Millionen Krüge mit Selterswasser fanden jährlich ihre Abnehmer, und die Kurfürsten von Trier (1681 – 1802) und die Herzöge von Nassau (1803 – 1866) schätzten das Selterswasser auch als üppige Finanzquelle.

bild selterswassermuseum

Eine Vielzahl von Dokumenten: Landkarten, Bücher, Verträge, Zeichnungen, Stiche, Bilder, Urkunden, Krüge und Flaschen, belegt dies eindrucksvoll.

Mit alten Füllmaschinen und vor allem vielen Fotografien werden die Jahrzehnte der königlich-preußischen Verwaltung, die Pächterzeit von Friedrich Siemens und seinen Erben, die Epoche des Niedergangs in der Weimarer und nationalsozialistischen Zeit, die Nachkriegsjahre sowie die Zeitabschnitte, die mit dem Namen Lehnig, Herrenhausen und Selters Augusta Victoria verbunden sind, detailliert dargestellt.

Auch den geologischen Zusammenhängen bei der Entstehung des Selterswassers wird Rechnung getragen.

Für Besuchergruppen stehen fachkundige Führer des Selterser Geschichtsvereins bereit.

Daneben gibt es die Möglichkeit, den Museumsbesuch zu erweitern: So sollte ein Blick in den restaurierten Brunnentempel, erbaut zwischen 1906 und 1908, geworfen werden, der eindrucksvoll die Arbeitsabläufe vor hundert Jahren erkennen lässt. Wer den Urtyp des Selterswassers probieren möchte, sollte den Haustrunkraum mit seinen historischen Erläuterungen aufsuchen. Und nicht nur bei schönem Wetter ist ein Rundgang durch den nach historischem Vorbild wieder errichteten Brunnenpark sinnvoll. 

Kommen Sie zum Niederselterser Mineralbrunnen
– ein Besuch lohnt sich!

 

Jean Philippe Dussourd, Lokalhistoriker aus dem elsässischen Chatenois (Kestenholz) und guter Bekannter von Dr. Norbert Zabel und Eugen Caspary, hatte vor wenigen Wochen in Straßburg einige Selterswasserkrüge entdeckt und später erworben. Darunter befand sich ein Krug mit einem Fehlstempel aus der herzoglich-nassauischen Zeit (1830 – 1866).

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Bei seinem letzten Besuch schenkte er dem Selterswassermuseum diesen Krug, der die dort zu sehende Sammlung um eine Besonderheit erweitert.

Doch sind 2014 nicht nur in Straßburg alte Selterswasserkrüge gesichtet worden. In der Danziger Bucht hatte der Meeresarcheologe Thomas Bednarz einen 200 Jahre alten Krug in einem Schiffswrack entdeckt, der noch gefüllt war und dessen Inhalt nun von zwei Chemikern untersucht werden soll. Auch wurden der Gemeinde Selters aus Bamberg (Bayern), Wilhelmshaven (Norddeutschland), aus der Slowakei sowie aus Graz (Österreich) Krugfunde in den letzten Monaten gemeldet. All dies belegt einmal mehr, dass schon weit vor dem Ersten Weltkrieg das Selterser Heilwasser Kunden in aller Welt hatte.

 

Polnische Meeresarchäologen haben in einem in der Danziger Bucht gesunkenen Schiff einen Selterswasserkrug geborgen. Der gut erhaltene Krug, der noch immer mit Selterswasser gefüllt ist, stammt aus der Zeit um 1820 und kann zwischenzeitlich im nationalen Maritim-Museum in Danzig (pol.: Gdansk) besichtigt werden.

Die Frage, die der politische Historiker Tomasz Bednarz gestellt hat, warum Selterswasserkrüge vor 200 Jahren nach Danzig gebracht wurden, lässt sich relativ leicht beantworten. In der Goethe-Zeit – J. W. Goethe besuchte 1815 den Seltersbrunnen –  wurde das Selterswasser in fast allen europäischen Großstädten von Apothekern und Ärzten, aber auch von Händlern und Gastwirten angeboten. Selterswasser war ein Heilwasser für viele Krankheiten, deshalb bezeichnete man auch den Seltersbrunnen als den berühmtesten Gesundbrunnen Deutschlands.

Selterswasser wurde im Ostseebereich jedoch nicht nur nach Danzig verkauft, es fand seinen Weg auch nach Riga, St. Petersburg und Stockholm.

Der gut erhaltene Krug, eine Fotografie liegt der Gemeinde Selters vor, lässt die Aufschrift Selters und die Buchstaben HN im Krugstempel deutlich erkennen. Dieser Krugstempel wurde zwischen 1806 und 1830 benutzt. HN steht für Herzogtum Nassau. In jenen Jahren (1806-1830) wurden jährlich zwischen 1 und 2 Millionen Krüge mit Selterswasser gefüllt und europaweit verkauft. Wichtige Abnahmeländer waren die Niederlande, England und Frankreich, den Hauptabsatzmarkt bildeten jedoch die deutschsprachigen Territorien.

Wie Tomasz Bednarz mitteilte, will man den Krug in Danzig nicht öffnen. Trotzdem wüsste man gern, ob dieses Wasser noch heute trinkbar sei. Dr. N. Zabel glaubt, dass das 200 Jahre alte Selterswasser, luftdicht verschlossen und kühl im Schiffswrack in der Ostsee gelagert, noch immer Trinkwasserqualität habe. Er verweist dabei auf die Untersuchungen von Prof. Dr. Remigius Fresenius (Wiesbaden), der vor 150 Jahren Selterswasser analysierte, es dann 15 Jahre lang lagerte und danach wieder untersuchte und zu dem Ergebnis kam, dass sich das Selterswasser in seiner Beschaffenheit trotz der langen Lagerzeit nicht verändert habe.

Dass der Krug in Niederselters gefüllt wurde, kann nicht ernsthaft bezweifelt werden. Kein deutscher Brunnenbetrieb, konnte in herzoglich-nassauischer Zeit (1806-1866) mit dem Selterswasser konkurrieren. Und noch eine Frage bewegte in der letzten Woche, als der Fund in Rundfunk und Presse bekannt gemacht wurde, die Gemüter. Sollte der Krug für das Selterswassermuseum erworben werden? Die Auffassung der Niederselterser Lokal-Historiker ist eindeutig: Der Krug war auf dem Weg nach Danzig. Nun ist er nach 200 Jahren dort angekommen. Dort sollte er im maritimen Museum verbleiben. Er ist ein weiterer Beweis für die Bedeutung des Selterswassers in vergangener Zeit. Und er erklärt auch indirekt, weshalb noch heute jeder Deutsche die Bezeichnung Selterswasser kennt. Ein Hinweis zum Schluss: Im Selterswassermuseum gibt es einige Krüge aus der frühen herzoglichen Zeit. Ein Ebenbild des in Danzig gefundenen Kruges lässt sich auch in der Krugvitrine finden, allerdings ist dieser ungefüllt, jedoch auch 200 Jahre alt.

 

Die Vorbereitungen für die im Sommer geplante Eröffnung des „Selterswassermuseums" laufen auf Hochtouren. Der Schwerpunkt liegt dabei in einer detaillierten Darstellung der betrieblichen Abläufe am ehemals erfolgreichen deutschen Mineralbrunnen.

Aus den zahlreichen Stichen und Fotografien wurden vier Ansichten ausgewählt, textlich kurz erläutert und auf Postkarten festgehalten. Sie sollen schon jetzt auf das Brunnenmuseum mit seinen einzigartigen Exponaten hinweisen und die letzten Jahrhunderte, in denen Selterswasser zu einem Markennamen wurde, lebendig werden lassen.

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Diese vier Postkarten mit historischen Brunnenmotiven
aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert
können ab sofort bei der Gemeindeverwaltung in Niederselters
sowie in den Außenstellen Eisenbach, Haintchen und Münster
zu einem Stückpreis von 0,30 € erworben werden.
Auch sind sie in der Niederselterser Buchhandlung Linz erhältlich.

Dass der Niederselterser Mineralbrunnen Deutschlands berühmtester Gesundbrunnen war, wird nun eindrucksvoll auf 320 Seiten von den Autoren Dr. Norbert Zabel, Eugen Caspary und Willi Hamm belegt. Jedermann kennt noch heute die Bezeichnung Selterswasser. Johann Wolfgang von Goethe und Otto von Bismarck haben es regelmäßig getrunken, Prof. Dr. Remigius Fresenius analysierte es schon vor 150 Jahren, und die Fa. Lehnig hat es in Millionen deutsche Haushalte im Rahmen ihres Getränke-Heimdienstes geliefert.

Buch Selterser Brunnengeschichte


Wer also wissen will, was in den letzten 500 Jahren an Deutschlands bekanntestem Mineralbrunnen geschehen ist, kann die „Geschichte des Mineralbrunnens Niederselters“ bei der Gemeindeverwaltung, Rathaus Niederselters, Brunnenstr. 46, im Selterswassermuseum (geöffnet samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr) sowie in der Buchhandlung Linz in Niederselters, Am Schwimmbad 9, und bei der Camberger Bücherbank, Limburger Str. 28, Bad Camberg, zu einem Preis von 20 € erwerben.